bisher eingespart mit kleinkraft:

33.300 MWh
16.100 tCO2

Remember Paris?

Anfang Juni 2017 überraschte der amerikanische Präsident Donald Trump die weltweilte Staatengemeinschaft, die versucht den menschgemachten Klimawandel aufzuhalten, als er den Austritt der USA aus dem Übereinkommen von Paris bekannt gab.

Warum war die Aufmerksamkeit so groß?

Zum einen, weil mit der USA einer der größten Emittenten von Treibhausgasen die Übereinkunft verlassen hat. Mit jährlichen 5 bis 6 Milliarden Tonnen CO2-Emission stehen die Vereinigten Staaten weltweit an zweiter Stelle im Ländervergleich. Es wurde befürchtet, dass mit dem Austritt der USA nicht mehr die notwendigen Emissionsreduktionen erreicht werden können, um das angestrebte Ziel von einem maximalen Temperaturanstieg von 1,5°C zu sichern.

Zum anderen handelt es sich beim Übereinkommen von Paris um ein historisches und beispielloses Abkommen zum Schutz der Umwelt. Das erste Mal waren sich 195 Länder der Welt einig den Klimawandel zu bremsen. Mit dem Ausstieg der USA setzte Präsident Trump einen Präzedenzfall, von dem befürchtet wurde, dass ihm andere folgen.

Überraschenderweise hat nicht nur kein weiterer Vertragspartner Anstalten gemacht, dem Beispiel der USA zu folgen, sondern verschiedene amerikanische Bundesstaaten und Kommunen (z.B. Kalifornien, New York,…) haben sich auch, unabhängig von der US-amerikanischen Bundespolitik, zu klimaschützenden Maßnahmen bekannt.

Was können wir aus dieser Erfahrung lernen?

Einerseits zeigt der amerikanische Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommens, dass die restliche Staatengemeinschaft geschlossen hinter Klimaschutzmaßnahmen steht und sich davon nicht beeindrucken lässt. Ganz im Gegenteil, es bildeten sich viele kleine Initiativen mit dem Ziel das Klima zu schützen. Kommunen rund um die Welt beleuchteten ihre Wahrzeichen und Rathäuser in grün (siehe Titelbild) und signalisierten so ihre Unterstützung zum Pariser Klimaabkommen.

Andererseits wird uns bewusst, dass wir uns nicht darauf verlassen dürfen, dass andere die notwendigen CO2-Verringerungen setzen. Vielmehr sollten wir mehr innovative Lösungen zur Emission-Reduktionen fördern. Wir können die Chance nutzen und mit wirtschaftlich erfolgreichem Beispiel vorangehen und uns einen Innovationsvorsprung sichern.

Artikel aufklappen

Blockchain und die Energiewirtschaft

Bekannt geworden durch die virtuelle Währung Bitcoin könnte die Blockchain die Lösung für die derzeitigen Probleme erneuerbarer Energien sein.

Unsere zukünftige Energieerzeugung wird erneuerbar sein. Für eine 100% Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen muss unser derzeitiges Strom- Wärme- und Treibstoffnetz dezentral und flexibler werden. Unser Energiesystem steht vor großen Herausforderungen. Im Gegensatz zu bisher üblichen Großkraftwerken, werden in Zukunft mehr dezentrale Versorger Strom, Wärme und Treibstoff bereitstellen. Jeder wird zum potentiellen Energieerzeuger.

Erneuerbarer Strom fluktuiert je nach Wetterlage, also je nachdem wie viel Wind weht, oder wie viel Sonne scheint und muss über weite Strecken transportiert werden. Die Energieerzeugung entspricht meist nicht dem Bedarf, wodurch es zu Problemen der Über- und Unterproduktion führt. Bei einer Überproduktion müssen derzeit Windräder und Photovoltaik Anlagen abgeschaltet werden, wodurch eine erhebliche Menge an Strom „verloren“ geht. Bei einer Unterproduktion werden fossile Kraftwerke zugeschaltet. Die Lösung ist auch hier dezentral.

Nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die Speicherung und Energieabnahme soll zukünftig dezentral erfolgen. Wenn meine Nachbarin in der Mittagszeit mit ihrer Photovoltaikanlage zu viel Strom erzeugt, dann könnte ich während dieser Zeit meine Waschmaschine oder meine Wärmepumpe für die Erzeugung von Warmwasser einschalten. Dafür müsste ich dann meine Nachbarin und nicht meinen Energieversorger zahlen. Dieses Szenario hätte den Vorteil, dass eine dezentrale Energieversorgung weniger große Übertragungsleitungen und Energiespeicher benötigt.

Hier kommt die Blockchain ins Spiel. Die Blockchain ist eine verschlüsselte Datenbank, bei der alle Informationen auf allen Rechnern innerhalb des Blockchain-Netzwerkes synchronisiert gespeichert sind. Da die Blockchain auf allen Rechnern gespeichert ist, ist eine Manipulation äußerst schwierig, da diese auf allen Rechnern gleichzeitig stattfinden müsste.

Die Blockchain hat insbesondere zwei Anwendungsmöglichkeiten:

  • Notariatsfunktion um Informationen manipulationssicher abzulegen
  • Smart Contracts um vertragliche Vereinbarungen selbstständig auszuführen

Speziell die Smart Contracts bieten hier, über die Bereitstellung eines automatisierten Abrechnungssystems, einen entscheidenden Vorteil zur Problemlösung der Über- und Unterproduktion von erneuerbarem Strom-, Wärme- und Treibstoffproduktion.

  • Einerseits können viele kleine dezentrale Speicher, die in Haushalten installiert sind – beispielsweise von Photovoltaikproduzenten – über die Blockchain automatisiert genutzt werden. Hätten etwa 10% der 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland einen Speicher im Keller, würde das einer Gesamtspeicherkapazität von 6.000 MW entsprechen.
  • Andererseits können Haushalte direkt Strom handeln, ein Nachbar verkauft seine Überproduktion dem anderen Nachbarn, der keinen erneuerbaren Strom produziert und so könnte der Stromhandel an sich dezentralisiert werden.

Mit der Blockchain wird so zu sagen die Energieversorgung, -regelung und -abrechnung mit meinen Nachbarn automatisiert und ist sicher vor Manipulationen.

Neben diesen Vorteilen ist jedoch kritisch anzumerken, dass die Blockchain-Technologie derzeit noch ein wesentliches Problem hat. Da jede Transaktion die erfolgt und bereits erfolgt ist, auf jedem Rechner des Blockchain Netzwerkes gleichzeitig abgespeichert ist, wird die Blockchain mit jeder Transaktion größer. Beim Bitcoin führt dies derzeit zu hohen Transaktionszeiten und -kosten. Für einen großflächigen und langfristigen Einsatz muss also die Technologie an sich Weiterentwickelt werden. Weiter sind für eine praktische Umsetzung Smart Meter oder andere intelligente Datenmanager bei allen Beteiligten notwendig. Wenn diese Probleme jedoch überwunden werden, könnte die Blockchain einen wesentlichen Teil zur Energiewende beitragen.

Artikel aufklappen